SMA Solar Technology hat am 17. September 2026 seine neue Gigawatt Factory offiziell eröffnet. Zur Feier kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Politik und Verteidigungssektor zusammen. Unter dem Leitmotiv „Industrielle Wertschöpfung als Fundament einer verlässlichen Energieinfrastruktur“ diskutierten sie, wie Europa seine Energieversorgung sicher, bezahlbar und technologisch souverän gestalten kann.
Die hochmoderne Fertigung ist auf Systeme für Großanlagen rund um Photovoltaik, Batteriespeicher, Wasserstoff, Rechenzentren und hybride Energiesysteme ausgerichtet. SMA investiert rund 80 Millionen Euro in den Standort. Die Gigawatt Factory umfasst eine Grundstücksfläche von 46.000 Quadratmetern, wovon 20.500 Quadratmeter auf Hallenfläche entfallen.
„Eine verlässliche Energieinfrastruktur ist zur Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und die digitale Transformation geworden“, sagte Dr. Kaveh Rouhi, CFO der SMA Solar Technology AG, anlässlich der Eröffnung. „Mit der Gigawatt Factory investieren wir in die industriellen Fähigkeiten, die für die Energiesysteme der Zukunft erforderlich sind. Nicht die Verfügbarkeit von Sonnenenergie entscheidet darüber, ob ein Energiesystem funktioniert, sondern unsere Fähigkeit, sie intelligent, sicher und zuverlässig zu nutzen.“
Im Diskussionspanel wurde deutlich: Die zentrale Aufgabe der Energiewende liegt nicht mehr allein darin, erneuerbaren Strom zu erzeugen, sondern ihn jederzeit bedarfsgerecht, sicher und zuverlässig verfügbar zu machen. Dafür braucht es eine leistungsfähige industrielle Basis ebenso wie das Zusammenspiel von erneuerbaren Energien, Speichern, flexibler Erzeugung, digitalen Steuerungssystemen und stabilen Netzen.
Dr. Herbert Diess, Aufsichtsratsvorsitzender der Infineon Technologies AG, würdigte die Investition in die Gigawatt Factory als positives Signal für Europa. „Die Energiewende wird zunehmend zur Infrastrukturfrage, insbesondere auch aufgrund der Dezentralisierung von Energiegewinnung. Solar spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie wird in Zukunft eine der wichtigsten Quellen werden, und SMA ist in diesem Umfeld sehr gut positioniert.“
Nikolaus Valerius, CEO der RWE Generation SE, hob die zunehmende Komplexität des Energiesystems hervor und betonte, wie wichtig es ist, unterschiedliche Aspekte gleichzeitig in den Blick zu nehmen: „Damit die Energiewende gelingt, müssen wir mehrere Faktoren zusammendenken: Dekarbonisierung, Wettbewerbsfähigkeit und sichere Lieferketten. Nur im Zusammenspiel klappt die Transformation.“
Für Walburga Hemetsberger, CEO von SolarPower Europe, ist Dezentralität ein entscheidender Faktor für Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit: „In Europa werden derzeit nicht viele Produktionsstandorte in dieser Größenordnung ausgebaut. Genau solche Investitionen brauchen wir aber. Wenn Europa seine Energiekosten nachhaltig senken will, brauchen wir einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien im großen Maßstab. Wir können das nur schaffen, wenn wir gleichzeitig das EU-Ziel von 200 GW für die Speicher erreichen. Der Lohn dafür ist ein dezentrales Energiesystem, mit sauberer und bezahlbarer Energie für europäische Unternehmen und Bürger. Das ist eine Investition wert.“
Auch die sicherheitspolitische Dimension einer resilienten Energieversorgung stand im Fokus. Ben Hodges, Lieutenant General a.D. und ehemaliger Oberbefehlshaber der U.S. Army Europe, betonte die Auswirkungen unserer Abhängigkeit von sicherer Energie: „Ob wir über nationale Sicherheit, die NATO oder die Europäische Union sprechen: Ohne Strom gibt es keine Verbindung zu Satelliten, die sowohl für die Kommunikation als auch für die Aufklärung von entscheidender Bedeutung sind. Energieversorgung ist deshalb auch eine Frage der wirtschaftlichen und physischen Sicherheit.“
Florian Bechtold, Executive Vice President Large Scale & Project Solutions von SMA, unterstrich zudem die wachsende Bedeutung der Cybersicherheit: „Je stärker Energieinfrastruktur vernetzt ist, desto wichtiger wird es, Sicherheit von Anfang an mitzudenken. Für uns beginnt das bereits in der Produktentwicklung und einem konsequenten Security-by-Design-Ansatz.“
Mit der Gigawatt Factory stärkt SMA seine Fertigungskompetenz für Zentral-Wechselrichter, Batteriespeicherlösungen und Energiemanagementsysteme im Großanlagensegment. Das Werk soll damit dazu beitragen, kritische Energieinfrastruktur weltweit bereitzustellen und zugleich Technologie, Wertschöpfung und Produktion in Europa zu sichern.
Hinweis: Die Panel-Zitate sind redaktionelle Übersetzungen und Verdichtungen des englischsprachigen Mitschnitts.
Über SMA
Als ein global führender Spezialist für Photovoltaik- und Speicher-Systemtechnik schafft die SMA Gruppe heute die Voraussetzungen für die dezentrale und erneuerbare Energieversorgung von morgen. Das Portfolio von SMA umfasst ein breites Spektrum an effizienten Solar- und Batterie-Wechselrichtern, ganzheitlichen Systemlösungen für Photovoltaikanlagen und Speichersysteme aller Leistungsklassen, intelligenten Energiemanagementsystemen sowie Ladelösungen für Elektrofahrzeuge und Power-to-Gas-Anwendungen. Digitale Energiedienstleistungen sowie umfangreiche Serviceleistungen bis hin zur Übernahme von Betriebsführungs- und Wartungsdienstleistungen für Photovoltaik-Kraftwerke runden das Angebot ab. Die innerhalb der letzten 20 Jahre weltweit installierten SMA Solar-Wechselrichter mit einer Gesamtleistung von rund 132 GW tragen jährlich zur Vermeidung von über 70 Mio. Tonnen CO2-Ausstoß bei. Die mehrfach ausgezeichnete Technologie von SMA ist durch über 1.600 Patente und eingetragene Gebrauchsmuster geschützt. Die Muttergesellschaft SMA Solar Technology AG ist seit 2008 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse (S92) notiert und im MDAX sowie im TecDAX gelistet.



